Wind of Joy

Ugandische Folklore aus Kayunga

Dem Uganda-Team war es immer wichtig, etwas von der Kultur und der Lebensweise der Menschen in Uganda und besonders in Kayunga zu vermitteln. Um dieses Ziel zu erreichen, haben wir bei jedem Aufenthalt, seit 1993, eine Ton-Dia Schau oder einen Videofilm produziert und über die Menschen und das Leben in Kayunga berichtet.
Bei unserer Reise im Jahr 1999 hatten wir uns etwas anderes vorgenommen: eine Musik-CD mit traditioneller ugandischer Musik sollte hergestellt werden.
Musik ist ein wesentlicher Bestandteil der Kultur eines Volkes. In Uganda spielt sie eine besonders große Rolle. Es gibt viele Musikgruppen und häufige Anlässe, bei denen gesungen und getanzt wird. In den vergangenen Jahren haben wir bei vielen Veranstaltungen ugandische Musik genossen. So lag es denn auch nahe, diese aufzunehmen, eine CD darüber zu erstellen und zu veröffentlichen.
Bereits im Vorfeld unserer Reise mußten die Aufnahmen geplant werden. Die Lehrerin Christine Kiiza und Paul Bisaso (beide aus Kayunga) hatten es übernommen, Musikgruppen in Kayunga anzusprechen und einen Auftritt an zwei Tagen während unseres Aufenthaltes zu organisieren. Für die Aufnahmen mußte außerdem das technische Equipment zusammengestellt werden. Da wir eine möglichst gute Qualität präsentieren wollen, konnten wir nicht mit einfachen Heimgeräten arbeiten. Außerdem wären diese Geräte viel zu schwer für den Transport im Flugzeug. Deshalb hat Dirk Junker extra für dieses Projekt ein leichtes Mischpult gebaut, mit dem die Aufnahmen in Stereo-Qualität und mit vier Mikrofonen auf einem Mini-Disc-Recorder aufgenommen werden konnten.
Es war gar nicht so einfach, einen geeigneten Aufnahmeort zu finden. Nur unterm freiem Himmel konnten die Gruppen auftreten, da keine geeigneten Räumlichkeiten mit guter Akustik vorhanden waren. Deshalb darf es auch nicht wundern, daß bei den Aufnahmen hin und wieder Ziegen oder das Zirpen der Grillen zu hören ist.
Insgesamt 11 Gruppen kamen zu den Aufnahmen. Teilweise mußten sie aus weit entfernten Dörfern abgeholt werden. Unter den Gruppen befanden sich Frauen- und Theatergruppen, deren Gesang man anmerkt, das sie durchaus Talent für Professionalität besitzen. Die etwas dünneren Stimmen der Schulgruppen mindern keineswegs die Leistungen dieser Gruppen. Die Lieder wurden teils in der Landessprache Luganda, teils auch in Englisch vorgetragen. Trommeln waren zumeist die einzigen Begleitinstrumente. Nur eine Gruppe benutze außerdem traditionelle Zupfinstrumente, sogenannte Adongos und andere Percussion-Instrumente.
Die zwei Aufnahmetage bedeuteten viel Arbeit aber auch eine ganze Menge Spaß und viel Rhytmus und gute Musik.
Zurück in Deutschland wurde das Material überarbeitet und eine Auswahl getroffen. Zudem hat Holger Hofsommer ein aufwendiges Booklet für die CD entworfen. Nach der Erstellung des Rohmasters wurden die CD's bei der Firmna SONY gepreßt.
Ab sofort ist die Doppel-CD mit dem Titel "Wind of Joy" erhältlich. Der Titel spiegelt viel von der Fröhlichkeit des ugandischen Volkes wieder.