|
Von großer Bedeutung ist das staatliche Kreiskrankenhaus
in Kayunga (Kayunga Hospital) und regionale Gesundheitszentren. Diese Einrichtungen
versorgen etwa 350000 Menschen, die bis zu 100 km vom Krankenhaus entfernt
wohnen.
!993 führten wir ein Interview mit dem Leiter des Krankenhauses Dr. Tondo. Pro Jahr wird das Krankenhaus von ca. 110.000 Patienten aufgesucht. Davon werden ca. 70.000 ambulant behandelt. In Kayunga gibt es 4 Ärzte für ca. 330.000 Menschen der Region. Das sind ca. 80.000 Menschen pro Arzt. Im Vergleich dazu kommen in Deutschland etwa 400 Menschen auf einen Arzt. Trotz knappen Medikamentenangebots sind die Heilungserfolge gut. Es gibt nicht genügend Medikamente. Lebenswichtige Medizin ist schwer oder gar nicht zu erhalten, weil in Uganda keine Medikamente hergestellt werden. Sie müssen daher teuer importiert werden. Die häufigsten Krankheiten sind Malaria und Infektionskrankheiten, also Krankheiten, gegen die man vorbeugen kann. Zu Hause erkranken die Menschen oft wieder, beispielsweise weil sie sich nicht gegen die Moskitos schützen können. Auch einseitige Ernährung führt zu Rückfällen. Ein großes Problem ist die Unwissenheit der Bevölkerung, so daß viel Aufklärungsarbeit zu leisten ist. Es gibt jedoch nicht genügend Informationskampagnen. Ein anderes Problem ist der Krankentransport. Viele Leute wohnen über 100 km entfernt und haben keine Möglichkeit, selbst ins Krankenhaus zu kommen. In den Entwicklungsländern gibt es nicht genügend Pflegepersonal. Im Kayunga-Hospital wird eine Krankenstation mit 30 Patienten, von nur 3 Krankenschwestern versorgt. Daher müssen die Angehörigen der Kranken bei der Pflege und Versorgung mithelfen. Sie halten sich oft vor dem Krankenhausgelände, in einfachen Hütten, auf. Es gibt noch jede Menge Naturheiler. Viele Naturheiler sind sehr erfahren und setzen Naturheilmittel, besonders Kräuter ein. Probleme bereitet jedoch eine Gruppe von Medizinmännern, die spirituelle Methoden verwenden. Obwohl unser Team eine gut sortierte Reiseapotheke mitführten, mußten wir doch hin und wieder die Hilfe der ugandischen Ärzte in Anspruch nehmen, z.B. bei einigen Infektionskrankheiten und sogar bei einem Malaria-Verdacht. Die Qualität der Gesundheitsvorsorge ist sicher anders als in Deutschland. Auch haben die Ugander mit anderen Problemen zu kämpfen. Trotzdem funktioniert das Gesundheitswesen und die Heilungschancen sind gut. Das macht jedoch Unterstützung von Außen nicht überflüssig. Medikamentenlieferungen könnten Krankenhausaufenthalte verkürzen, die Leiden der Menschen lindern und die Sterblichkeitsrate senken. Mehr zum Gesundheitswesen unter unseren Links |