Kayunga

Über Kayunga hat das Uganda-Team im Jahr 1993 einen Videofilm gedreht. Sehen Sie mal auf unserer Site Medienproduktionen nach.
1993 haben wir ein Interview mit dem damaligen Town-Clerk Mr. Kimbowa geführt.
Einige allgemeine Angaben, die nicht nur auf Kayunga zutreffen sondern auf ganz Uganda, haben wir auf der Seite Uganda untergebracht. Sehen Sie bitte auch dort nach.

Kategorien:
Lage
Die Stadt und die Menschen
Religion
Jugendprogramme
Wirtschaftsleben
Landwirtschaft
Aufgaben des Stadtrates
Wasserversorgung/ Hygiene
Gesundheit
Krankenhaus
Schulen/ Bildungseinrichtungen
 Kommunikation  Stromversorgung  Transportwesen  

Lage
 
Kayunga im Mukono-District. Ein Klick auf die Karte vergrößert die Grafik Kayunga liegt im Mukono-District ca. 76 km von der Hauptstadt Kampala entfernt. Bis nach Kayunga führt eine Asphaltstraße, die ab Mukono allerdings sehr schlecht ist. Ab Kayunga gibt es nur noch Erdstraßen. Von Kayunga kann man in ca 2 Stunden die Hauptstadt und in 1 Stunde die Industriestadt Jinja erreichen.
Kayunga liegt nahe zum Nil und dem Lake Kyoga, der allerdings in der Nähe von Kayunga aus Sumpf besteht. Der nahe gelegene Lake Victoria und die ca. 1000 m hohe Lage machen das Klima in Kayunga angenehm, trotz hoher Temperaturen. 

Um die Karte größer anzuzeigen, einfach die Karte anklicken

TOP
 

Die Stadt und die Menschen
 
Wöchentlicher Markt in Kayunga

Nebenstraße in der Nähe des Marktes

Die Entwicklung Kayungas beruht auf folgenden 3 Hauptpunkten:
  • Der Kaffee- und Baumwollboom in der Region
  • Einrichtung der Verwaltungsbüros in Kyunga
  • Einrichtung der Polizei durch die rechte des traditionellen herrschers (König) im Jahr 1954
Kayunga besteht überwiegend aus Streusiedlungen, sogenannten Kibanjas und aus einem Stadtkern. Die Stadt umfaßt 25,05 qkm bei 40.000 Einwohnern. Einmal in der Woche ist Markt in Kayunga, ansonsten kann man an zahlreichen Geschäften, die Dinge des täglichen Bedarfs kaufen. Manche Dinge bekommt man allerdings nur in der Destricts-Hauptstadt Mukono oder gar erst in Kampala.
In Uganda gibt es 30 verschiedene Ethien, darunter allein 17 aus dem Volk der Baganda. In Kayunga leben verschiedene Völker zusammen, wobei das Volk der Baganda den größten Teil ausmacht. Weiterhin finden sich Menschen aus dem Völkern Busoga, Teso, Samia und Buryoro. Luganda dient als Verkehrssprache, Amtssprache ist Englisch. Da während der Regierungszeiten von Idi Amin und Obote sowie des Bürgerkrieges kaum jemand zur Schule gegangen ist, findet man heute nicht wenige Menschen, die kein Englisch verstehen und nicht schreiben können.
Kayunga wurde im Jahr 1978 zur Stadt erhoben und erhielt 1989 einen Stadtrat. Kayunga steht auf Land, das überwiegend im Besitz von Privatpersonen ist, und nur zu einem kleinen Teil auf öffentlichem Land.
TOP
 

Religion
 
Die Bishop Brown church ist eine anglikanische Kirche Je ein Drittel der Bevölkerung bekennt sich zur evangelischen und katholischen Kirche sowie zum Islam.
Die Gottesdienste sind sehr gut besucht. Ein Indiz für die tief verwurzelte Frömmigkeit vieler Ugander. Die Kirchengemeinden zeigen soziales Engagement im Bereich der Schulen und des Gesundheitswesens. In der kleinen Station vom barmherzigen Samariter, bieten Mitarbeiter der Church of Uganda Gesundheitsberatung, Angebote zur Aids-Vorsorge, Schwangerschaftsbegleitung und Geburtshilfe an.
TOP
 

Jugendprogramme
 
Die beim Spendentransport 1999 mitgebrachte Tischtennisplatte Die Jugendlichen sind zumeist in der Landwirtschaft in einem kleinen Rahmen (sowohl im kommerziellen als auch im häuslichen Bereich) und in privaten Unternehmungen wie Fahrrad- und Motorradtransporten involviert. Sie beteiligen sich auch am Aufbau des Jugendzentrums. Sie werden auch für Seminare über Entwicklungsprojekte mobilisiert.
Es gibt allerdings bei der Einbeziehung der Jugendlichen in die Entwicklung des Ortes noch viel zu verbessern.
TOP
 

Wirtschaftsleben
 
Schmiede beim Herstellen von Energiespar-Öfen Die Hauptaktivitäten sind:
  • Landwirtschaft (Kaffee, Mais, Bohnen)
  • Kleinbetriebe zur Weiterverarbeitung von Kaffee und Mais
  • Viehzucht (Kühe, Ziegen, Schweine)
  • Viele Familienbetriebe mit Geflügelzucht
  • Handel und Handwerk
Industrie findet man in Kayunga fast gar nicht, lediglich einige kleine Tischlereien, eine Kaffeefabrik und zwei Maismühlen
Die Menschen in Kayunga haben nur selten eine geregelte und feste Arbeit. Viele Menschen müssen mehrere Jobs tun. Außerdem haben sie neben ihren Jobs, noch die Arbeit auf ihren Kibanjas zu erledigen. Dies ist jedoch meistens die Arbeit der Frauen.
TOP
 

Landwirtschaft
siehe auch Die Wirtschaft Ugandas
Frauen bei der Feldarbeit auf einem Kibanja Die meisten Menschen in Kayunga leben von der Subsistenzlandwirtschaft. Darunter versteht man die unabhängige Versorgung der Familie mit den notwendigen Lebensmitteln.
Zwar haben die Menschen auch eine Arbeit, der sie nachgehen, jedoch reicht der Verdienst nicht aus.
Meist sind es die Frauen, die die Felder bearbeiten und Pflanzen anbauen. Zu den angebauten Pflanzen zählen:
  • Maniok,
  • Kasava
  • Kochbananen (Matokke)
  • Mais
  • Bohnen
  • Sußkartoffeln
  • Früchte (z.B. Ananas)
Der Film "Leben in Kayunga" berichtet von der Arbeit auf dem Land.
TOP
 

Aufgaben des Stadtrates
 
Die Stadtverwaltung von Kayunga Der Stadtrat wird vom Volk alle 4 Jahre gewählt. Dem Stadtrat sitzt der Major vor. Die Leitung des Verwaltungsteams des Stadtrates hat der Town Clerk, ein Regierungsbeamter. Er wird in sein Amt eingesetzt und arbeitet mit dem Stadtrat zusammen. Er berät den Stadtrat hinsichtlich der rechtlichen Sachlage, stellt sicher, daß die Beschlüsse mit der Regierungspolitik übereinstimmt und ist für die Stadtentwicklung verantwortlich. Das Verwaltungsteam ist verantwortlich für:
  • Planung,
  • Verwaltung,
  • Kontrolle von Entwicklungen,
  • Grundschulerziehung,
  • Festlegung von Standards
Der Haushaltsplan des Stadtrates umfaßt die wichtigen Sparten:
  • Laufende Programme
  • Straßen und Wasser
  • Infrastruktur
  • Schulen
Näheres zur Struktur des Kayunga Town Council (KTC) gibt es hier.
TOP
 

Wasserversorgung/ Hygiene
 
Wasser wird aus entfernten Brunnen oder Tümpel geholt Die Verwaltung hat erreicht, daß für Kayunga 8 Bohrlöcher und 10 Brunnen gebohrt bzw. gegraben wurden. Einige Privatpersonen haben selber private Bohrlöcher geschaffen. Eine weitere Möglichkeit zur Wasserversorgung ist das Auffangen von Regenwasser. Die nächstmögliche Versorgung durch Leitungen vom Nil ist 12 km entfernt. 
Nur das Krankenhaus ist mit einem Leitungssystem ausgestattet. Das Wasser kommt jedoch ungefiltert aus dem Sumpf und ist nicht zum Trinken oder Anrichten von Speisen geeignet. Das Wasser fließt nicht kontinuierlich, da die Wasserpumpe nur dann arbeiten kann, wenn der Strom vorhanden ist.
Wasserklosetts gibt es ebenfalls nur im Krankenhausbereich, jedoch können sie nur selten eingesetzt werden, da das Wasser nicht immer fließt. In Kayunga sind Latrinen üblich. Dies führt wieder zu Verunreinigungen des Trinkwassers.
Die Aufgaben der Verwaltung in diesem Bereich sind das Management von
  • Müllentsorgung
  • Drainage und Kanalisation
  • Sauberhalten von öffentlichen Plätzen
TOP
 

Gesundheit
 
Das Hauptgebäude des Kayunga-Hospital In Kayunga gibt es ein Krankenhaus und ein Gesundheitszentrum. Zusätzliche Aktivitäten in der medizinischen Betreuung dienen der Grundversorgung der Bevölkerung
Die Haupterkrankungen sind in drei Gruppen einzuteilen:
  • Malaria
  • Atemwegserkrankungen
  • Durchfallerkrankungen
TOP
 

Schulen/ Bildungseinrichtungen
 
Schüler an der Bishop-Brown School In den 60er Jahren, hatte Uganda eines der am besten entwickelten Bildungs- und Gesundheitssysteme Schwarzafrikas. Das Niveau war so hoch, daß Ugander gern im Ausland, vor allem in Großbritannien, gesehen wurden. Heute gibt es eine Analphabetenrate von 50%. Nur 55% der Kinder werden eingeschult und nur 5% erreichen den Abschluß. Eine Schulpflicht gibt es nicht! Inzwischen hat die Regierung angeordnet, daß der Grundschulbesuch der ersten 4 Kinder kostenlos ist. 

In Kayunga gibt es

  • 10 Kindergärten  für Kinder von 3 - 5 Jahren
  • 6 Grundschulen  für Kinder von 6-13 Jahren
  • 3 Institutionen   für Kinder ab 14 Jahren
  • 2 Technische Institutionen (Berufsschulen)
Details zu den Schulen
TOP
 

Kommunikation
 
Seit Anfang 2000 gibt es einen Umsetzer für Mobilfunktelefone Kayunga ist an das internationale Telefonnetz angeschlossen. Die Verbindung kommt jedoch nicht immer zustande. Wenn man Kayunga  anwählt, bekommt man zunächst eine Vermittlung. Bis hierhin ist die Übertragungsqualität noch gut. In Kayunga selbst gibt es nur wenige Telefone (z.B. im Krankenhaus und Town-Clerk Office). Die Verbindung wird von der Vermittlung von Hand hergestellt und ist meist von schlechter Qualität. 
Anfang des Jahres 2000 hat eine private Telefongesellschaft einen Umsetzer für Mobiltelefone in Kayunga installiert. Immer mehr Menschen in Kayunga legen sich ein Handy zu, mit dem sie jederzeit erreichbar sind. Die Qualität ist sehr gut.
Überall in Uganda ist diese Entwicklung zu beobachten. Die Regierung fördert die Kommunikation über Mobiltelefone, die mehr Erfolg verspricht als drahtgebundene Kommunikation.
Ein Fax schickt man zur Districts-Stadt Mukono mit der Anschrift des Adressaten. Es kann jedoch einige Tage vergehen, bis das Fax abgeholt oder zugestellt wird.
Ein Luftbrief nach Kayunga oder auch von dort nach Deutschland benötigt ca. 3 Wochen 
TOP
 

Stromversorgung
 
Das Wasserwerk in Jinja versorgt neben Uganda auch Teile Kenias und Tanzanias Der Strom wird in dem Wasserkraftwerk der nahe gelegenen Stadt Jinja erzeugt. Trotzdem hat Kayunga Probleme.
Das Wasserkraftwerk in der nahe gelegenen Stadt Jinja wurde ursprünglich für einen Bedarf von 5 Mio. Einwohner berechnet. Heute leben in Uganda ca. 18 Mio. Menschen.
Tagsüber ist in Kayunga der Strom fast nie vorhanden, nur abends kann man mit etwas Glück Strom bekommen. Das liegt daran, daß größere Städte die während der Tageszeit Strom für die Industrie benötigen bevorzugt werden und an dem Export des Stromes nach Kenia und Tanzania. Der Strom ist starken Schwankungen unterlegen. 80 bis 300 Volt sind normal.
Dies ist auch ein Grund, weshalb beim Kochen überwiegend Holz verwendet wird. Dadurch besteht wiederum die Gefahr eines Raubbaus der Wälder und der Erosion.
TOP
 

Transportwesen
Zu diesem Thema siehe auch unter dem Link Verschiedenes/Transport
 
Jugendliche warten auf Kunden für ihr Boda-Boda (Fahrradtaxi) Es gibt nur wenige Menschen in Kayunga, die ein privates Fahrzeug besitzen. Um in eine andere Stadt zu kommen, kann man Sammeltaxis, sogenannte Matatus, benutzen. Sie fahren immer, wenn das Taxi gut besetzt ist, also zu unregelmäßigen Zeiten. Für längere Strecken kann man auch Überlandbusse nehmen. Für den innerörtlichen Verkehr werden Borda-Borda, das sind Fahrräder mit einem gepolstertem Gepäckträger, eingesetzt, die von Jugendlichen gefahren werden. Seit kurzem werden auch Motorräder eingesetzt.
Es gibt in Uganda zwar ein Schienennetz, jedoch wird die Bahn fast nur für den Güterverkehr verwendet. Nur auf wenigen Strecken werden auch Personentransporte durchgeführt. Auf den schlechten Schienen ist die Bahn jedoch langsamer, als ein Transport mit dem Bus.
TOP