Schulen

Von den vielen Schulen werden auf dieser Site nur zwei exemplarisch näher beschrieben. Die beiden Direktoren der Schule haben wir 1993 zu einem Interview gebeten.
 

 

In den Pausen können sich die Schüler Kleinigkeiten zum Essen kaufen
 
 
 
 

Schüler der Ndeeba senior secondary school beim Musikunterricht
 
 
 
 

Manchmal findet der Unterricht im Freien statt

Schulen in Uganda sind so selbstverständlich wie in Deutschland auch. Das war nicht immer so. Während des Bürgerkrieges hatte kaum jemand die Möglichkeit, zur Schule zu gehen. Dadurch sind heute kaum ausgebildete Leute zu finden. Erst nach Ende des Bürgerkrieges 1986, kam das Schulwesen wieder in Schwung. Das Schulsystem sieht eine 7-jährige Grundschulzeit, sowie eine 4-jährige Mittelstufe vor. Wer studieren möchte, muß noch die 2-jährige Oberstufe besuchen.

Die UMEA-Primary-School in Kayunga, liegt ca. 2 km außerhalb der Stadt. UMEA bedeutet Uganda-Moslem-Education-Association. Wenn auch nicht ausschließlich Moslems hier lernen, ist die Erziehung doch islamisch. Die 720 Schüler haben einen 8-Stunden Tag. Da viele Schüler von weit her kommen, ist der Ganztagesschule - wie den meisten in Uganda - auch ein Internat  angegliedert. Dadurch entstehen natürlich  Kosten für die Unterbringung und Verpflegung der Schüler. Aus diesem Grund sind die Schulen auch kostenpflichtig. Man muß für`s Lernen bezahlen. Die Kosten tragen die Eltern. Wenn sie ihren Teil bezahlt haben, unterstützt sie auch der Staat mit einem kleinen Anteil. Viele Familien können das Schulgeld nicht aufbringen. Oft werden auch bereits begonnene Ausbildungen wieder abgebrochen. Während der Trockenzeit, in der die Eltern nichts ernten und folglich auch nichts verkaufen können, fehlt vielen das Geld um die Schulkosten zu bezahlen. Nur 5-10% aller Schüler erreichen den Abschluß. Solange die Schulen Geld kosten, wird es auch keine Schulpflicht geben. In der Erntezeit kommen die Schüler nicht immer regelmäßig, da sie dann ihren Familien helfen müssen. Der Unterricht umfaßt im wesentlichen die Fächer Englisch, Mathematik, Soziallehre und die Landessprache Luganda. Pro Klasse werden bis zu 50 Schüler unterrichtet. Die 4 Jahre dauernde UMEA-Grundschule wird von Schülern im Alter von 4-16 Jahren besucht. Sie kommen aus Entfernungen bis zu 15 km. Schulbusse oder etwas ähnliches gibt es nicht. Nur wenige haben Fahrräder.

Die Secundary-school in Ndeeba, ca. 5 km von Kayunga entfernt, ist eine christlich orientierte Schule der 'Church of Uganda'. Hier lernen ca. 400 Schüler bis zu 5 Stunden täglich. Es gibt in den Klassen keine einheitliche Altersstruktur, da es keine Schulpflicht und somit auch kein geregeltes Eintrittsalter gibt. Die Schüler sind sehr an dem Unterricht interessiert, denn ohne Ausbildung ist es schwer, einen Beruf zu bekommen. Die ugandischen Schulen vermitteln jedoch überwiegend ein rein akademisches Wissen. Dieses im Jahre 1962 von den Briten übernommene Bildungssystem hilft den Schülern, wenn sie auf weiterbildende Schulen gehen. Diejenigen aber, die zur Universität nach Kampala  oder ins Ausland gehen, sind für Kayunga verloren. Nach ihrem Studium leben sie in den großen Städten Ugandas oder bleiben im Ausland. Allen anderen Schülern fehlt eine praxisgerechte Ausbildung. Zwischen dem erlernten Schulwissen und den zur Ausübung eines Berufes notwendigen Kenntnissen klafft eine große Lücke. Eine Berufsausbildung, wie wir sie in Europa kennen, gibt es in Uganda nicht. Die Chancen nach der normalen Schulausbildung einen Beruf oder einen Studienplatz zu erhalten sind jedoch sehr gering.

Inzwischen hat die Regierung angeordnet, daß der Grundschulbesuch der ersten 4 Kinder kostenlos ist. Dies führt allerdings zu neuen Problemen: Die Klassen werden noch voller und nicht für alle Kinder gibt es Schulbänke. Die Kinder sitzen daher häufig auf dem Boden.