Juli 1994: Erster Spendentransport

Der MAN wird vom Bundeswehr-Depot Hesedorf geholt

Verladen der Spenden

Die drei Fahrzeuge nach der Renovierung

Auf der Fahrt von Mombasa nach Kayunga

Einweisung in die Fahrzeuge

Mit dem MAN unterwegs auf Safari

 

Aus den bisher Erlebten, wuchs die Idee, einen Spendentransport nach Kayunga durchzuführen. Bei unserem Aufenthalt 1993 sahen wir Vieles, wo Kleinigkeiten genügen würden, um das Gemeinwohl der Menschen zu verbessern. Auch der Transport ist ein großes Problem, da Fahrzeuge fehlen.
Damit hatte der Spendentransport zum Ziel, je einen Lkw für das Krankenhaus, der Stadtverwaltung und der NGO Mirembe zur Verfügung zu stellen, sowie Organisationen und Institutionen mit Geräten und Materialien zu unterstützen.

Die Fahrzeuge
Vom Verteidigungsministerium erhielten wir zwei MAN 508 Pritschenwagen und einen MAN L2A Küchenwagen. Uns war es wichtig, Fahrzeuge und Geräte nach Kayunga zu bringen die in einem guten Zustand sind, aber auch kein High-Tech, damit man in Uganda selbst Reparaturen durchführen kann und keine teueren Original-Ersatzteile benötigt. 

Die Spenden
Die Lkw´s sollten natürlich nicht leer nach Kayunga fahren. Eine Spendenaufruf machte es möglich, daß alle 3 Fahrzeuge voll beladen werden konnten. Unter anderem waren dabei:
 
Werkzeuge Gartengeräte Kabel für das JZ Nähmaschinen, Stoffe
Schreibmaschinen Fahrräder Druckmaschinen Schultafeln
Rollstühle Medikamente  med. Hilfsmaterialien Büromaterial

Vorbereitungen
Viele Monate mußten wir investieren,. um die Fahrzeuge zu überholen. Durch die Hilfe der Stadt Witzenhausen konnte wir Reparaturen und Umbauten im städtischen Bauhof durchführen. Eine neue Farbe beendete die Arbeiten an den Fahrzeugen. Aber auch die Spenden wurden geprüft und instand gesetzt, wir wollten schließlich keinen Schrott nach Kayunga bringen.
Zu den anderen Vorbereitungen zählten die Formalitäten der Zollfreigabe, Überführung, Entmilitarisierung, Verschiffung, Fördermittel durch die GTZ, Gespräche mit der Frachtgesellschaft usw. Auch mit den ugandischen Behörden und unseren ugandischen Partner mußte ein intensiver Kontakt gepflegt werden.

1. Etappe des Spendentransports
Am 4.Juni brachten wir die 4 Fahrzeuge nach La Spezia in Italien zum Verschiffungshafen. Von dort sollten die Fahrzeuge in ca. 3 Wochen nach Mombasa in Kenia verschifft werden.

2. Etappe des Spendentransports
Am 3.Juni starteten wir von Frankfurt nach Nairobi um dort  mit einem Matatu weiter nach Mombasa zu fahren. Bei der Frachtgesellschaft konnten wir unsere Fahrzeuge abholen, aber bei einem Benz wurde die Kardanwelle eingedrückt. Ein örtlicher Monteur konnte in wenigen Tagen die Kardanwelle auseinanderschneiden und aus verschiedenen Stücken wieder zusammensetzten. Den Zwangsaufenthalt nutzten wir, um uns in Mombasa umzusehen.
Am 8.Juli konnte es weiter gehen. Ca. 2000 km lagen vor uns. Wir wollten die Fahrzeuge selbst nach Kayunga fahren, um sicher zu stellen, daß sie auch tatsächlich ankommen und keine Spenden fehlen. Die Fahrt war nicht gerade angenehm, was nicht allein durch den Linksverkehr und die Fahrweise der Afrikaner verursacht wurde. Die Strecke selbst ist sehr schlecht, obwohl sie die einzigste Verbindungsstrecke in die Binnenländer Ostafrikas ist. Lkw´s, die im Graben liegen sahen wir alle paar Kilometer, auch Unfälle waren nicht selten. Doch wir hatten Glück, denn wir hatten keine größeren Probleme
Auf der Strecke lagen mehrere Nationalparks. Wir nutzten das aus und unternahmen einen Kurztrip in die Nationalparks Tsavo-West und Lake Nakuru.
Am 13.Juli erreichten wir Kayunga

Rundreise durch Uganda
Als Belohnung für alle Mühen hatten wir uns eine Safari versprochen, die uns in mehrere Nationalparks Ugandas bringen sollte. Wir wollten mehr von dem Land, der Natur und den Menschen erfahren. Diese Tour unternahmen wir mit dem MAN L2A, der hierfür sehr gut geeignet war. Dadurch konnten wir unsere Reise unabhängiger und individueller gestalten. Fast 1500 km sind wir in Uganda unterwegs und besuchten den Murchison-Fall Nationalpark, Bwamba-Forrest - ein Regenwald am Fuße des Ruwenzori-Gebirges- , Queen-Elisabeth Nationalpark und das Löwengebiet Ishasha. Auf dieser Reise konnten wir viele neue Eindrücke sammeln und lernten mehr von den  Lebensbedingungen der Menschen in Uganda.
Am 27. Juli waren wir wieder zurück in Kayunga. Die Spenden wurden noch einmal überprüft und bei einer öffentlichen Handing-over Zeremonie übergeben.
Neben all den Aktivitäten um den Spendentransport haben wir auch weder viele Besichtigungen vorgenommen und waren an zahlreichen Gesprächen mit Menschen aus Kayunga beteiligt.

Dokumentation
Während des Spendentransports wurden nicht nur viele Bilder gemacht, aus denen dann eine Ton-Dia-Schau entstand, sondern Dirk Junker hat auch jeden Tag Tagebuch geführt. Aus diesen Aufzeichnungen schrieb er dann ein 220-seitiges Buch über den Spendentransport.

Die Ton-Dia Schau und ein Rechenschaftsbericht über die Spenden wurde der Öffentlichkeit im Rahmen einer gut besuchten Veranstaltung vorgestellt.