Mai 1999: Zweiter Spendentransport

Chaos vor dem Verladen der Spenden
 
 
 
 
 
 
 
 

Auf der Fahrt von Mombasa nach Kayunga müssen die Fahrzeuge öfters überprüft werden
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Lange Wartezeite an der Grenze von Kenia zu Uganda
 
 
 
 
 
 
 
 

Als wir in Kayunga ankommen, sind schnell viele Menschen herbei geeilt
 
 
 
 
 
 
 
 

Mit vereinten Kräften werden die Fahrzeuge entladen
 
 
 
 
 
 

Eine Safari genossen wir im schwer erreichbaren Kidepo-Valley Nationalpark
 
 
 
 
 
 

Bereits im Jahr 1997 planten wir einen zweiten Spendentransport nach Kayunga auf Grund positiver Erfahrungen mit dem Umgang der Spenden, die wir 94 nach Kayunga brachten.
Unser Ziel war es, je ein Lkw für die Schulen, Stadtverwaltung und Jugendprojekten zu beschaffen und Spenden für verschiedene gemeinnützige Organisationen und Institutionen in Kayunga. 

Ende 1997 holten wir die ersten Fahrzeuge. Einen MAN Küchenwagen und einen Mercedes 508. Diese Fahrzeuge wurden durch das Uganda-Team finanziert, da es leider keine Zuschüsse gab.
In den nächsten Monaten wurden die Fahrzeuge technisch überholt, gespritzt und mit den inzwischen eintreffenden Spenden beladen.
Im Mai 1998 war es uns durch Geldspenden gelungen ein Ambulanz-Fahrzeug für das Kayunga Hospital zu kaufen.

Die Überführung der Fahrzeuge war bereits für 1998 geplant, jedoch gab es erhebliche Probleme eine schriftlichen Erklärung zu erhalten, daß die ugandischen Behörden die Zollgebühren übernehmen. Leider kann man in Uganda keine Spenden zollfrei mehr einführen. Dies zog sich so lang hin, daß wir die Überführung erst im April/Mai 1999 durchführen konnten.

Inzwischen waren so viele weitere Spenden eingegangen, daß wir sie nicht alle in unseren Autos unterbringen konnten. Durch zusätzliche Geldspenden konnten wir einen Mercedes Benz Pritschenwagen kaufen. Dadurch wurde der Verwendungszweck der Fahrzeuge neu gemischt.
 
Benz 508 Für Schulen, um den Schülern Exkursionen zu ermöglichen, denn viele Ugander haben kaum etwas von ihrem schönen Land gesehen
Benz 508 Für die Stadtverwaltung
Ambulanz Kayunga Hospital
MAN L2A Für Belange der Partnerschaft zwischen Witzenhausen und Kayunga uns zur besonderen Verwendung in Kayunga

Am 19. März 1999 fuhren wir die Fahrzeuge zum Verschiffungshafen Genua in Italien. um von dort eine dreiwöchige Seereise bis nach Mombasa in Kenia am indischen Ozean anzutreten.
Am 1. Mai flogen wir mit 5 Leuten nach Kenia um dort die Fahrzeuge zu übernehmen. 
Wir wußten zu diesem Zeitpunkt bereits, daß das Schiff  wegen eines Schaden einen längeren Aufenthalt im Trockendock hatte. Tatsächlich konnten wir erst am 08.Mai die Fahrzeuge in Empfang nehmen.

Aber dann ging es endlich los. Zusammen mit 3 Freunden, die extra aus Kayunga angereist waren, fahren wir die 3 Fahrzeuge von Mombasa nach Kayunga, eine ca. 1500 km lange Strecke. Unterwegs übernachten wir in Zelten auf dem Gelände von1 Hotels oder Tankstellen. Verpflegen konnten wir uns selbst, da wir sowohl Nahrungsmittels als auch Kochgeräte bei uns hatten. 

Nach 3 sehr anstrengenden Tagen kamen wir in Kayunga an. Schnell strömten einige Dutzend Menschen zusammen, um uns zu begrüßen. Einige hatten daran gezweifelt das wir eintreffen, da anders lautende Gerüchte in Kayunga gestreut wurden. 

Die Spenden wurden entladen und im Jugendzentrum aufbewahrt. Dies war nicht immer leicht, denn in Witzenhausen konnten wir beim Beladen einen Kran benutzten, in Kayunga mußte alles von Hand entladen werden.

Bei der offiziellen Handing-over Zeremonie nahmen ca. 500 Leute teil. Zahlreiche prominente aus dem Mukono-District sind gekommen. Auch Bundestagsabgeordneter Tappe und der amtierende deutsche Botschafter waren anwesend. Uns war es wichtig, daß möglichst viele Menschen sehen, wer was bekommt, damit eine gewisse Selbstkontrolle vorhanden ist.

Hier ein kleiner Auszug der Spenden:
 
Spiele für das JZ Traktor Schweißgeräte Metallbearbeitungsgeräte
elektronische Orgel Nähmaschinen Schreibmaschinen Bücher
Computer Fernseher Audio-Anlagen Stromgeneratoren
medizinische Geräte Rollstühle Werkzeuge Gartengeräte
Motorräder Overhead-Projektoren Diaprojektoren Faxgeräte

Zwei Wochen waren wir nun schon in Afrika. Es wurde nun endlich Zeit für eine Safari. Der Kidepo-Valley Nationalpark war unser Ziel. 
Aus wohlüberlegtem Grund reisten wir direkt nach der Übergabe der Spenden. Wir wollten erreichen, daß sich die Ugander zunächst selbst mit den Spenden befaßten, um dann nach einer Woche gezielt Fragen an uns richten zu können. Denn nur wenn man auf sich selbst gestellt ist und mit den Geräten arbeiten muß, merkt man wo Wissensdefizite sind.

Die 850 km lange Strecke zum Nationalpark war zunächst ganz in Ordnung., doch dann wurden die Straßen immer schlechter. Es war Ende der Regenzeit und die Straßen waren teilweise schlammig und rutschig. Da half nur ein Allradfahrzeug wie der MAN mit dem wir reisten. Drei Freunde aus Kayunga waren mit uns auf Tour. Wir kamen durch den District Karamoja, wo uns eine gänzlich andere Landschaft und Kultur begegnete. Malerisch und klischeehaft. 
Im Nationalpark übernachteten wir in Bandas und Zelten. Außer uns gibt es keine Besucher in dem abgelegenen Park. Pro Monat kommen in der Hochsaison maximal 30 Besucher. Kein Wunder, denn der Park ist nur sehr beschwerlich zu erreichen, dafür bietet er aber eine einmalig schöne Natur- und Tierwelt.
Eines Morgens kamen sogar die Elefanten zu unserem Camp. Nur wenige Meter von den Bandas und Zelten entfernt, fraßen sie Gras. 

In der vierten Woche halfen wir den Ugandern bei der Einarbeitung der Geräte, reparierten einiges und standen für Fragen zur Verfügung. Es wurden einige Workshops und Kurse eingerichtet, die den Menschen in Kayunga helfen sollen, Arbeiten zu tun, die sie vorher nicht tun konnten, weil die Geräte oder das Know-How fehlten:
 
Toolshop Ausleihe von Werkzeugen und Erledigen von Arbeiten im Bereich der Metallverarbeitung. 
Eine Idee ist die Anfertigung von Regenrinnen und das Auffangen des Regenwassers.
Nähmaschinenkurs Anleitung im Umgang mit Nähmaschinen, um Reparaturen an der Kleidung vorzunehmen oder neue Kleidung zu schneidern
Schreibmaschinenkurs Anlernen von Privatpersonen oder Angestellten in öffentlichen Ämtern um die Bearbeitung zu beschleunigen oder eine Existenzgrundlage zu vermitteln. 
Bücherei Englischsprachige Literatur zum Ausleihen an Privatpersonen oder Schulen
Copyshop Dienstleistungen für Privatpersonen oder Schulen. Kopien oder Massenkopien können angefertigt werden und Schreibarbeiten in Auftrag gegeben werden. Dabei wird auch ein Computer eingesetzt.

All diese Projekte sind so angelegt, daß sie die Verwaltungskosten tragen und Geld für Ausbesserungen oder Neuanschaffungen erwirtschaftet werden können.

Durch eine Geldspende konnten 120 Schulbänke in Auftrag gegeben und an 6 Schulen verteilt werden. Zur Zeit gibt es in Ugandas Schulen zu wenige Bänke. Viele Kinder müssen auf dem Boden sitzen.
Ein Highlight war eine mobile Zahnbehandlungseinheit, in der die örtliche Zahnärztin unterwiesen wurde.

Der kulturelle Aspekt sollte auf dieser Reise nicht auf der Strecke bleiben. An zwei Tagen wurden 15 Folkloregruppen von Schulen, Frauengruppen, Tanzgruppen usw. zu unserem "Tonstudio" unter freiem Himmel gebracht, um ihre traditionellen ugandischen Lieder aufzunehmen. Aus diesen Material entstand die Doppel-CD "Wind of Joy", die Anfang 2000 auf den Markt kommen wird.