Juni / Juli  2002: Drittes Austauschprogramm


Vorbereitung: Wir spielen "Entwicklungshelfer"


Besichtigung in Kayunga


Diskussionen. Hier mit der Kayunga-Youth-Group


Bau der Schaukel


Fertig


Camping im Ishasha-Gebiet


Safari


Näher geht es nicht


Markt in Kayunga


Kochen auf einem Kibanja

Schon lange hatten wir ein weiteres Austauschprogramm mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus Witzenhausen und der Umgebung geplant. Durch die Kooperation von Uganda-Team und Jugendbildungswerk erfolgte im Sommer 2002 für 3 Wochen eine Reise nach Kayunga. Dabei waren 11 junge Erwachsen im Alter zwischen 16 und 23 Jahren. Die Gruppe wurde von Horst-Gerhard Liese (Leiter des Jugendbildungswerkes und Vorstandsvorsitzender des Uganda-Teams) und dem Uganda-Team Mitglied Dirk Junker geleitet. Beide kennen Kayunga schon seit 1993.

Das Programm sollte drei Schwerpunkten haben:

  • Land und Menschen kennen lernen  - und die Stadt Kayunga
  • Gemeinsam mit ugandischen Partnern einen Kinderspielplatz planen und bauen
  • Mit ugandischen Freunden eine selbst organisierte und durchgeführte Safari erleben

Die Vorbereitungen

Über die Vorbereitungen berichtet Leena (16), die an der Reise teilnahm:

" 'Lust auf Abenteuer?', so lautete der Slogan mit dem das Uganda-Team und das Jugendbildungswerk Witzenhausen Ende Februar elf Jugendliche neugierig auf eine Reise in die ugandische Partnerstadt machten. 
Für solch eine Reise bedarf es einer langen und intensiven Vorbereitung. Nach unserm ersten Kennenlerntreffen kamen wir für ein Wochenende in Willershausen zusammen und redeten erst einmal über grundlegende Dinge, wie Landschaft, Geschichte und Kultur in Uganda. Nebenbei lernten wir uns durch Spiele und Gruppenarbeiten kennen. 
Ca. acht Wochen nach unserem ersten Wochenendseminar folgte auch das zweite. Dieses Mal beschäftigten wir uns wesentlich präziser mit Gesundheitsvorsorge, Programmgestaltung und weiterer Planung. Wie schon bei dem ersten Wochenende wuchsen wir immer mehr zusammen. 
Aber es waren nicht nur diese zwei Wochenendseminare durch die wir informiert und vorbereitet wurden. Neben unseren monatlichen Treffen in denen wir zum Beispiel auch den Spielplatz planten fuhren wir gemeinsam ins Gesundheitsamt nach Kassel um uns alle gemeinsam gegen Gelbfieber impfen zu lassen. Und auch die Leute mit Spritzenpanik haben es überlebt... Auch unsere Eltern sollten über die Gesundheitsvorsorge informiert werden. Nach einer allgemeinen kurzen Vorstellung unseres Programms informierte Dr. Hermann Frank, Mitglied des Uganda-Teams über Risiken und Schutzmaßnahmen. 
Im Allgemeinen erschien einigen von uns diese intensive Gesundheits- und Impfinformationen etwas übertrieben und unnötige Panikmache. Das war sicherlich nicht beabsichtigt und wenn man mal überlegt, dann ist es doch besser, wenn man eine Sache zweimal hört, als wenn etwas vergessen wird und deshalb jemand krank wird. Also, im Endeffekt war die Vorbereitung absolut in Ordnung, und bis zum Ende gut durchorganisiert.
Unsere Eltern und wir fühlten uns also gut vorbereitet und informiert. Bereit, so eine Reise anzutreten. "

Kennen lernen von Land und Menschen
In der ersten Woche ging es darum, sich in Kayunga zurecht zu finden und einen Eindruck von den Menschen und der Stadt zu gewinnen. Die ersten drei Tage waren etwas schwierig, da das Co-ordination-committee aufgelöst wurde und dadurch unsere Planungen durcheinander gerieten. 
Wir waren in zwei Gästehäusern des Krankenhauses untergebracht und lebten dadurch recht komfortabel. Wir besuchten Schulen, Kirchen, Jugendprojekte, den Markt in Kayunga und fanden den Kontakt zu vielen Menschen. Auch Ausflüge in die nähere Umgebung Kayungas standen auf dem Programm, z.B. zu den Kalagala-Falls und eine Bootsfahrt auf dem Nil. 
Später unternahmen wir auch Ausflüge in die Hauptstadt Kampala und in die Industriestadt Jinja.
In der letzten Woche kannten wir Kayunga bereits gut genug, um selbständig etwas zu unternehmen. So konnten wir in Kleingruppen Ausflüge unternehmen, auf dem Markt einkaufen, usw.
Besonders toll waren die vielen Einladungen, die wir erhalten haben. Dadurch ergaben sich besonders interessante Einblicke in das Leben der Menschen.

Kinderspielplatz
Eigentlich wollten wir eine ganze Woche dafür verwenden, um einen Kinderspielplatz in der Nähe des Jugendzentrums zu bauen. Doch durch die Auflösung des CoCo und fehlender Kooperation des Stadtrates konnten wir gerade mal eine Schaukel bauen. Hier hatten wir mehr erwartet. 

Safari
Die fünf Tage Safari im Queen-Elisabeth Nationalpark waren einfach super. Mit dem unverwüstlichen MAN-Küchenwagen, den das Uganda-Team 1999 nach Kayunga gebracht hatte, brauchten wir einen Tag, um in den Nationalpark zu kommen. Die Fahrt war recht anstrengend, aber lustig, da neben uns 13 Muzungu auch 10 Leute aus Kayunga mitfuhren.
Auf der Mweya-Halbinsel waren wir in einem Hostel untergebracht. Später führte uns die Reise in das entlegene Ishasha-Gebiet, wo wir in Zelten campierten.
Was wir alles in dem Nationalpark erlebten, lässt sich kaum beschrieben, es war einmalig: Antilopen, Elefanten, Büffel, Löwen, Krokodile, Flusspferde,  ....

Reisebericht
Für Leute, die sich für mehr interessieren, gibt es hier den Reisebericht zum Herunterladen. Wer den Bericht mit Fotos haben möchte, kann sich an das Uganda-Team wenden.

Leena schreibt über den Aufenthalt folgendes:

"Und endlich, nach einer langen Phase der Vorbereitung und dem gespannten Entgegenfiebern auf das völlig fremde Land war Tag X, Freitag der 28.06.02 gekommen.
Aufgeregt und mit gemischten Gefühlen standen wir dreizehn plus unseren Eltern, Geschwistern, Freuden, Verwandte,... um 12:15 Uhr in Witzenhausen an der Uganda-Hütte. Nachdem dann endlich unsere Unmengen Gepäck verstaut waren und wir uns herzlich und schmerzlich verabschiedet hatten brachen wir auf.  Neuen Erfahrungen und einer anderen Welt entgegen! 
Nach anfängliche Schwierigkeiten konnte der Urlaub endlich beginnen. Ausflüge an verschiedene Wasserfälle des Nils, oder auch die Safari boten jede Menge Möglichkeit zu Träumen Vergessen und einfach Glücklichsein. Die vielfältige Landschaft, die ich persönlich von Uganda nicht erwartet hätte und die vielen exotischen Tiere wie Elefanten, Nilpferde, Löwen und Krokodile beeindruckten uns alle zutiefst. Aber nicht nur unsere Ausflugsfahrten waren toll. Auch unser Projekt, in Kayunga eine Schaukel zu bauen entwickelte sich prächtig. Schwarze und Weiße arbeiteten zusammen und konnten am Ende auch stolz auf ihr Ergebnis sein. Die Schaukel fand auf jeden Fall allgemeinen Anklang bei den Kindern aus Kayunga. Zwei Stunden, nachdem die Schaukel fertig war sind wir noch einmal daran vorbei gegangen und es standen bestimmt fünfzig Kinder um die Schaukel herum und warteten bis sie dran waren. Den Anblick dieser glücklichen Kinder , über eine - für unsere Verhältnisse - alltägliche Spielmöglichkeit  wird wohl keiner von uns so schnell wieder vergessen.

Mein persönliches Fazit und ich denke auch das aus der Gruppe ist also, dass diese Reise mehr als nur ein Urlaub war. Sie erweiterte unseren Horizont um einige Meter und ließ uns an einer völlig fremden aber sehr interessanten und lebhaften Kultur teilnehmen.

Erfahrungen, die ich jedem Menschen wünschen würde!!!!"