Auflösung des Co-ordination-committee
und
Einsetzung des Interim-Twinning-committee
Das
Jugendaustauschprogramm im Jahre 1993 war unsere erste Begegnung mit Kayunga und
der Grundstein für die Gründung des Uganda-Teams.
Zu dieser Zeit war die Mirembe-Initiative Witzenhausen und deren Pendant, das Mirembe-Projekt
in Kayunga, unsere Kooperationspartner, da Mirembe bereits seit
1985 in Kayunga tätig ist. Doch schon ein Jahr später konnte die
Zusammenarbeit nicht länger fortgesetzt werden, da die Interessen
unterschiedlich waren. Das Uganda-Team wollte eine breite
und vielfältige Beziehung zu den Menschen in Kayunga aufbauen, wogegen Mirembe eine exklusive Zusammenarbeit
forderte und alle Beziehungen über
das Mirembe-Projekt koordiniert werden sollten. Dem konnten wir nicht zustimmen
So stand bereits 1994 die Beziehung vor dem Aus - bevor sie überhaupt richtig begonnen hat. Um eine gemeinsame Lösung zu suchen,
reiste eine Delegation des Uganda-Teams nach Kayunga. Die Gespräche mit Mirembe,
namentlich mit Klaus-Peter Rubruck und Betty Nabanja Makumbi (Vorsitzende des
Mirembe-Projekts) scheiterten. Eine
Kooperation war nicht mehr möglich.
Nach Alternativen suchend, sprachen wir mit dem
damaligen Krankenhausleiter Dr. Geoffrey Tondo und dem Town-Clerk John
Behangaana. Unter Einbeziehung des damaligen Bürgermeisters Major Haji Abdul Lwanga
wurde die Idee des Co-ordination-committees geboren.
Bis zur Auflösung des Co-ordination-committees im Juni 2002 war die Zusammenarbeit zwischen der Stadt Witzenhausen, dem Uganda-Team und dem Co-ordination-committee sehr gut.
Auf Grund der Intervention des Anfang 2002 neu gewählten Stadtrates von Kayunga und ihrer Bürgermeisterin Frau Nabanja Makumbi wurde das Co-ordination-committe Ende Juni.2002 ohne Vorwarnung von der RDC des Kayunga-Districts, Frau Naava Nabagesera, (eingesetzte Regierungsbeamte auf Distrikt-Ebene) aufgelöst.
Nach Auflösung des Co-ordination-committees wurde ein Interim-Twinning-committe
gegründet, welches als Nachfolger des Co-ordination-committees auftritt.
Somit gehen alle Verantwortlichkeiten, Projekte, Finanzmittel und Sachgegenstände des
Co-ordination-committees in die Hände des Interim-Twinning-committees über.
Eine ordentliche Übergabe hat es aber nicht gegeben, Gesprächsangebote von
Mitgliedern des aufgelösten Co-ordination-committees wurde abgelehnt. So besteht
denn auch Unklarheit, was mit den Projekten geschieht und was aus den
finanziellen Rücklagen des Co-ordination-committees geschehen ist.
Das Interim-Twinning-committe wird von der RDC des Kayunga-Districts geleitet.
In ihm sind Vertreter anderer Organisation und politische Mandatsträger
vertreten.
In einem Brief teilt der Sprecher des Stadtrates Kayungas mit,
dass das Interim-Twinning-committee nun vom Stadtrat Kayungas geführt wird.
Somit ist dieses Committee von politischen Mandatsträgern in führenden
Positionen besetzt und nicht mehr unabhängig.
Auch der Vorsitzende des Kayunga-Districts, Stephen Dagada (LV-V), sieht darin
ein großes Problem. Er befürwortet eine Städtepartnerschaft zwischen Kayunga
und Witzenhausen, jedoch sollte die Politik darin keine Rolle spielen. Er
spricht sich dafür aus, dass ein Twinning-committee nicht von Politikern
geleitet werden soll. Dies machte er auch bei seinen Besuchen in Witzenhausen
(2002 und 2003) deutlich.
Der Stadtrat von Kayunga stellt zudem Bedingungen an die Städtepartnerschaft,
die unserer Meinung nach nicht erfüllt werden können: So spricht man von
"Professionalität auf Universitätsniveu" und ist der Meinung, dass
Spendentransporte und Jugendaustauschprogramme nur unter Begleitung von
"Professionellen" durchgeführt werden dürfen. Diese widersprechen
eindeutig dem ursprünglichen Geist der Partnerschaft "No demands, no
obligations - Keine Forderungen, keine Verpflichtungen". Wer kann dies
leisten und wo bleibt dann die Partnerschaft von Mensch zu Mensch?
Das Uganda-Team ist nicht bereit eine akademische Städtepartnerschaft zu
betreiben, sondern die Beziehungen zwischen den Menschen ist einer der
wichtigsten Bestandteile unseres Vereins.