Besuch aus Kayunga 2023

Bereits kurz nach Beginn des Jahres 2023 haben wir angefangen, zusammen mit der Besuchergruppe aus Kayunga an den nötigen Formalitäten zu arbeiten. Zwischendurch waren wir uns aber nicht sicher, ob es klappen würde. Die Termine in der Botschaft in Kampala zur Beantragung der Visa mussten Monate im Voraus gebucht werden und z.T. hatten die Ugander noch keine Pässe. Am Ende wurden die Visa nur für einen Teil der Reisegruppe erteilt und die Flüge waren sehr teuer, da sie nur noch zeitnah gebucht werden konnten. Es war monatelang spannend.

Es hat dann aber doch geklappt, wenn auch nicht für alle. Am 26. August konnten wir vier müde Ugander am Flughafen in Frankfurt abholen:

·         Faridah Sebunya Kulabako – Townclerk

·         Annet Rhoda Nakyobe – Gesundheitsinspektorin

·         Gorreti Nakatte – Assistentin der Townclerk

·         Joshua Senyonga – Stadtkämmerer

und am 30. August kam Steven Luzira nach, dessen Besuch durch private Kontakte zur Familie Hahn in Kleinalmerode zustande kam. Leider hat der Bürgermeister von Kayunga, Majid Nyanzi, sein Visum erst nach der Einreise der ersten Besucher, dann aber keinen bezahlbaren Flug mehr bekommen. 

Von links: Joshua, Rhoda, Goretti, Faridah, Steven

Die Gäste wurden diesmal nicht privat, sondern in einer geräumigen Ferienwohnung im Zentrum von Witzenhausen untergebracht. Das hatte viele Vorteile für die Gäste, aber auch für uns. Die Ugander konnten sich selbst verpflegen, wann immer sie Hunger hatten und von der Ferienwohnung eigenständige Aktivitäten in Witzenhausen unternehmen oder sich ganz einfach mal ausruhen. Diese Art der Unterkunft hat sich bewährt und wurde von den ugandischen Gästen sehr positiv aufgenommen.

Wir hatten für die Besuchergruppe ein strammes Programm organisiert. Es beinhaltete einen Empfang bei Bürgermeister Herz, aber auch „Praktika“ in verschiedenen Abteilungen der Stadtverwaltung Witzenhausen an fünf Vormittagen, wo sie die Arbeit der Verwaltung hier mit der in Kayunga vergleichen konnten. Daneben gab es Besichtigungen des Kompostwerks, des Wasserwerks, der Kläranlage, eines Milchbauernhofes und des Grenzlandmuseums Schiffersgrund. Hier stellten wir fest, dass den Ugandern die Geschichte Deutschlands mit über 40 Jahren Teilung und Wiedervereinigung nicht bekannt war, entsprechend groß war das Interesse.

Weitere Höhepunkte des Besuchs waren die Teilnahme am Erntefest, wo Rhoda bei der Tombola den Hauptpreis, ein wunderschönes blaues Fahrrad, gewonnen hat, ein – durchaus ermüdender, aber erfolgreicher – Einkaufsbummel durch Kassel, verbunden mit der Besichtigung der Wasserspiele am Herkules, unser jährliches Hüttenfest, eine Bootsfahrt auf der Fulda (großes Interesse an Schleusen, die es in Uganda nicht gibt), und eine Übung der Feuerwehr Witzenhausen an der Walburger Straße. Natürlich hatten wir auch viele Diskussionen über die Zusammenarbeit, zukünftige gemeinsame Projekte und das Feuerwehrfahrzeug, das der Verein 2016 nach Kayunga gebracht hat und dessen Wartung die Stadtverwaltung von Kayunga oft vor finanzielle Probleme stellt. 

Die vier Besucher von der Stadtverwaltung Kayunga haben uns und viele interessierte Bürger auf einer Präsentationsveranstaltung im Rathaussaal über die Auswirkung der Feuerwehr auf das Leben in Kayunga, die allgemeine Entwicklung in Kayunga in den letzten 5 Jahren und die Herausforderungen für die Zukunft, über das Tourismusangebot in der Region Kayunga sowie über die Auswirkungen des Klimawandels auf das Leben in Uganda informiert. Die Veranstaltung fand großes Interesse und führte zu vielen Diskussionen in größeren und kleineren Gruppen.

Zum Abschluss gab es eine Farewell – Party im Garten von Wilfried Hahn in Kleinalmerode, bevor wir die Gruppe am 9. September wieder zum Flughafen Frankfurt gebracht haben, von wo sie zurück nach Uganda geflogen sind. Im Gepäck hatten sie außer ihren persönlichen Gegenständen und all den Einkäufen auch eine größere Anzahl von Feuerwehrsachen – Schutzkleidung, Scheinwerfer etc., die Hans-Heinz Staude für die Feuerwehr in Kayunga gesammelt hat.

Alle Beteiligten waren nach den zwei Wochen durchaus etwas erschöpft, aber glücklich über die vielen positiven Begegnungen und Erlebnisse, die für beide Seiten erhellend waren und die Städtepartnerschaft weiter vertieft haben.

Wir wollen natürlich Allen, die zum Gelingen des Besuchs beigetragen haben, ganz herzlich danken. In diesem Zusammenhang möchten wir die Stadtverwaltung erwähnen, vor allem für die Bereitschaft, vier fremde Personen für fünf Vormittage in den Büros aufzunehmen und ihnen ihre Arbeitsweisen zu erklären, aber auch für die Betreuung bei den Besichtigungen von Wasser- und Klärwerk. Dem Städtepartnerschaftsverein gebührt Dank für die Übernahme der Kosten für die Ferienwohnung, in der die Besucher gelebt haben, und der Feuerwehr für die Besichtigung und die Fahrt im Drehleiterkorb anlässlich der Übung. Dank gebührt aber auch all den Helfern und Betreuern, die die Besucher von einem Ort zum anderen gefahren oder geleitet haben und die sich vor Ort um sie gekümmert und ihnen vieles erklärt haben und dadurch dazu beigetragen haben, dass der Besuch auch nach der Rückkehr nach Kayunga unvergessen bleibt.
Vielen Dank auch an alle anderen Helfer, die wir vergessen haben zu erwähnen – es waren so viele!

Mai 2024

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