Queen Elisabeth Nationalpark

Bei unserem zweiten Besuch in Uganda im Februar 2025 fuhren wir mit dem Reiseunternehmen „The Rift Valley Explorer“ unter Leitung unseres Freundes Michael Wamani, den wir schon vom letzten Jahr in guter Erinnerung hatten, in den Queen Elisabeth Park (Im Bericht QEP abgekürzt)

An einem SEHR frühen Freitagmorgen (4:00) standen wir in Kayunga pünktlich zur Abfahrt in den QEP bereit. Die Morgentoilette und Vorbereitungen wurden im Schein der Taschenlampen vorgenommen, da mal wieder der Strom ausgefallen war. Bis unsere Fahrzeuge und alle ugandischen Mitreisende da waren, dauerte es allerdings noch eine Stunde. Wie bei den vergangenen Reisen haben wir auch diesmal wieder Freunde aus Kayunga zur Safari mitgenommen, um ihnen einerseits solch ein Erlebnis möglich zu machen, andererseits um verlässliche Einheimische als Freunde dabei zu haben, die auf uns aufpassen. Der Proviant von 30 Chapati, 10 Ananas, Zuckerrohr und anderem Obst, der uns von unseren ugandischen Freunden mitgegeben wurde, reichte allerdings für mehr als drei Tage. Sie haben immer Angst, dass wir verhungern.

Nach einer 12-stündigen Fahrt mit dem üblichen Stau in Kampala und einem Halt am Äquator kamen wir wohlbehalten aber müde in unserer Lodge an. Ein leckeres Abendessen erwartete uns und nach ein paar „Nile Special“ (das leckere ugandische Bier) ging es um 11:00 ins Bettchen. Denn um 6:30 sollte der erste Gamedrive (so werden die Safari-Fahrten genannt) starten.

Um 6:00 Uhr vor den Gamedrives gab es Kaffee, Tee, und ein reichhaltiges Frühstück. Man konnte sich ein leckeres Lunchpaket zusammenstellen. Es gab Kartoffeln, Eier, Gemüse, Würstchen, Pancakes, Obst, usw., also typisch ugandisches Safarifrühstück to go.

Auf dem ersten Gamedrive wurden schon Büffel, Antilopen, Löwen und sogar ein Leopard gesichtet. Die Mittagspause machten wir auf einer Anhöhe mit Blick auf einen Salzsee. Hier gab es Kunstgegenstände und Snacks zu kaufen.

Nachmittags sind wir zu einer Bootstour auf dem Kazinga-Channel aufgebrochen. Bei einigen von uns gingen die Augen zu, als der Motor beruhigend vor sich hin tuckerte. Als dann Elefanten, Hippos, Krokodile und viele tolle Vögel am Ufer zu sehen waren, wurden aber alle wieder munter und die Fotoapparate liefen heiß. Anschließend ging es zurück zur Lodge und erst mal in den Pool. Beim leckeren gemeinsamen Abendessen haben wir den Tag ausklingen lassen.

Am 2. Tag posierten unweit der Lodge zwei Löwen für Fotos und ließen sich von uns nicht stören. Anschließend waren noch ein einsamer imposanter Elefantenbulle und viele Büffel und Gazellen zu bestaunen. Da noch Zeit war, haben wir Michael, unseren Fahrer, überredet, einen Fischerort zu besuchen. Als wir dort waren, waren wir allerdings von der offensichtlichen Armut sprachlos. Der Dorfvorsteher zeigte uns ihre Boote und die Hütte, in der die gefangenen Fische verarbeitet werden, wovon einige große Lungenfische noch lebten. Außerdem gehört zum Dorf eine Nilpferdherde, die morgens und abends mitten durch das Dorf zu ihrer Weide zieht, was nicht ungefährlich für die Menschen ist.

Am Nachmittag ging es bei glühender Sonne auf einen „Nature Walk“, eine geführte Wanderung durch die Natur. Ein sympathischer Guide hat uns viele Zusammenhänge der Natur erklärt. Da uns der Weg von einer Büffelherde versperrt wurde, mussten wir einen kleinen Umweg gehen. Der Klügere gibt nach. Am Schluss hatten einige von uns ein wenig zu viel Sonne abbekommen und ein verbranntes Genick. Nach dem Abendessen haben wir am Lagerfeuer gesessen und den Tag unter lautem Brüllen eines Löwen ausklingen lassen.

Am 3. Tag ging es um 5:00 raus, um nicht zu spät beim Schimpansentracking zu erscheinen. Nachdem wir die Verhaltensregeln gehört und sich alle wie üblich in die Besucherbücher eintragen hatten, ging es ab in die Schimpansen-Schlucht.  Man hörte die Schimpansen schon vom weiten krakeelen. Wir hatten Glück, dass die Affen gute Laune hatten und nur wenige Meter an uns vorbeizogen. Das war wirklich ein außergewöhnliches Erlebnis. Es waren unvergessliche Momente, so nahe an den uns doch so ähnlichen wilden Tieren zu sein und ihnen direkt in die Augen zu sehen.

Zum Abendessen wurde für uns ein romantisches Dinner auf der Wiese mit Stalllaternenbeleuchtung vorbereitet. Der Tilapia-Fisch war so gigantisch, dass sogar die Afrikaner ihre liebe Mühe hatten. Das Grätensuchen bei Laternenlicht war allerdings eine Herausforderung.

Am 4. Tag haben wir ausgeschlafen: 8:00 Uhr Frühstück, 10:00 Abfahrt zu den Salzseen. Bei einer Führung konnten wir sehen, wie hart die Arbeit in den Salztümpeln ist. Vor allem Frauen schöpften den braunen Salzschlamm aus den Salzbecken. Besonders schwere Arbeiten wurden auch von Häftlingen in gelber Häftlingskleidung ausgeführt. Als wir das fotografiert haben, wurden wir von den Wächtern harsch angefahren.

Auf der Rückfahrt erwartete uns das Highlight der Safari. Wir wurden auf der Straße zwischen Busch und Lake George von vielen Elefanten umzingelt. Hunderte Elefanten zogen zum Wasser und wir mittendrin. Es war wirklich unvorstellbar, so dass die Fotoapparate nur so klickten.

Nachdem wir uns am Nachmittag in einem Schlammloch festgefahren hatten, ging es zurück zur Lodge. Bei schon beginnender Dämmerung hielt in einer Senke vor uns ein Safarifahrzeug mit Warnblinkanlage und direkt daneben saß ein Leopard wie eine Porzellanfigur und wartete darauf, von uns Touristen fotografiert zu werden. Danach sprang er mit großen Sätzen durch den Sumpf und verschwand. Ein toller Tagesabschluss.

Am nächsten Tag: 6:40 Rückfahrt nach Kayunga. Zum Abschied schlenderten noch ein Leopard und eine Affenherde beim Sonnenaufgang neben unseren Fahrzeugen her. Zufrieden mit dem Erlebten ging es zurück nach Kayunga. Wie immer in Uganda erwartete uns eine abenteuerliche Fahrt über abenteuerliche Straßen mit vielen abenteuerlichen Fahrzeugen, die oft abenteuerlich beladen waren.

Die Reisenden waren: Jonas Neumann, Lukas Neumann, Sabine Neumann, Wilfried Hahn, Matthias Hahn, Rainer Schinkel, Christa Kaiser.

Februar 2026