Am 30. Dezember 2024 besuchten wir mit 12 Deutschen und drei Ugandern, verteilt auf zwei Safaribusse, den Murchison Falls National Park. Auf dem letzten Stück mussten sich die Fahrer ordenttlich beeilen, damit wir unser reserviertes Boot für die Nilfahrt erreichen konnten. Auf der Fahrt zu den Nilfällen sahen wir an den Ufern Elefanten, viele Hippos, ein paar in den Bäumen herumturnende Affen, sowie die Konturen einiger Krokodile im Wasser. An den Nilfällen tost und braust es ganz ordentlich, obwohl wir wegen des vielen Wassers nicht mehr so nahe herankamen wie es noch vor einiger Zeit möglich war. Bis vor zwei Jahren konnte das Schiff an einer Treppe anlegen, die direkt zum oberen Teil der Fälle führte. Der Klimawandel hat aber inzwischen den Wasserstand des Victoriasees um sieben Fuß ansteigen lassen und die Wassermassen entsprechend erhöht. Das hat dazu geführt, dass die Anlegestelle weggespült wurde und ein Anlegen wohl auch zu gefährlich wäre. Nach drei Stunden kommen wir mit vielen Fotos und ersten Eindrücken von der Tierwelt im Park zufrieden zurück und checken in die Red-Chili-Lodge ein.
Die Lodge ist eine Ansammlung von Hütten und Zelten, die auf einem größeren Gelände verteilt sind. Die Hütten haben meist zwei Schlafzimmer, einen eigenen Aufenthaltsbereich, Toilette und Dusche sowie eine Veranda, die man sich allerdings mit neugierigen Affen teilt und die daher nicht dazu geeignet ist, Sachen abzulegen. Zum Essen trifft man sich in einem großen offenen Restaurantbereich. Das Essen ist an allen Tagen sehr lecker.
Der nächste Tag beginnt früh, weil wir um 6.30 Uhr zu unserem ersten Gamedrive aufbrechen. Gleich am Anfang sehen wir Affen, Gazellen, Elefanten und Büffel. Das Licht ist aber bei dem bedeckten Himmel nicht gut und die Fotos daher eher unspektakulär. Unser Guide Cesar ist ein netter Kerl und informiert auf eine sehr angenehme Art: wohl dosiert, fundiert und mit Humor. Später sehen wir dann noch viele Giraffen, einen Fischadler, Geier und andere Vögel. Das Highlight ist ein Rudel Löwen, die man mit einer guten Kamera auch recht gut ins Bild bekommt. Inzwischen ist auch die Sonne herausgekommen und die Bilder werden viel schöner. Als wir dann auch noch zweimal Leoparden sichten, haben wir die ugandischen Big Five: Büffel, Hippos, Elefanten, Löwen und Leoparden vollgemacht. Entsprechend ist die Stimmung bei der Rückfahrt nach sechs Stunden bei Allen bestens: begeistert und dankbar ob der vielen Eindrücke.
Am Nachmittag brechen wir um 15:30 zum Aussichtspunkt über den Murchison Falls auf. Das ist eine knappe Stunde Fahrt auf guter Straße, allerdings mit unendlich vielen Bumpers. Diese sollen bewirken, dass die Autos die vorgeschriebenen 40 km/h einhalten, führen aber nur dazu, dass zwischen den Bumpers rasant beschleunigt wird, um dann rasant abzubremsen. Der Erfolg sind stinkende, heiße Bremsen. Immerhin ist bei unserem Auto das knarrende Schleifgeräusch vom Vortag verschwunden, nachdem Micheal, unser Fahrer, gestern eine abendliche Reparatur gemacht hat.
Auf dem Parkplatz an den Falls erwartet uns Daniel, der uns auf unserem Rundgang begleitet. Die Ausblicke auf die Wasserfälle sind fantastisch und beeindruckend und viele Fotos und Filmmeter wert. Am Schluss gibt es noch eine erfrischende Abkühlung im „Shower Room“, wo die Gischt sehr hoch spritzt und alles nass macht. Nach circa 90 Minuten sind wir durchgeschwitzt wieder an den Autos und machen uns auf den Heimweg.
Nach dem Abendessen bricht das „Jungvolk“ in die Paara Lodge zum Feiern auf, das ist eine 27 Kilometer entfernte Edellodge. Die fünf etwas älteren Herrschaften bleiben in der Red-Chilli-Lodge und begrüßen das neue Jahr ganz gemütlich mit einigen Nile Specials. In der Paara Lodge gab es teure Getränke und auch eine Mitternachtsshow.
Am nächsten Morgen wollen wir nach einem späten Frühstück in die Paara Lodge fahren und den dortigen Pool genießen. Die Lodge will für das Baden jedoch pro Person 20 Dollar haben und wir beschließen, dieses Geld lieber in Cocktails an der Bar anzulegen. Duschen zum Erfrischen reichen auch. Auf der Rückfahrt versperrt uns eine große kreuzende Elefantenherde mit einigen Jungtieren den Weg, wobei versperren eigentlich ein zu negativer Ausdruck ist: sie begeistern uns!
Am Nachmittag starten wir zu einer Sunsettour zur Mündung des Nils in den Albertsee. Die Tour soll eigentlich eine Stunde dauern, es werden aber mehr als zwei daraus und der Sonnenuntergang spielt auch nicht recht mit, da sich die Sonne hinter den Wolken versteckt. Die Laune ist aber trotzdem bestens und wir erfreuen uns an einer Büffelherde mit vielen Vögeln neben uns, an Bier und Limonade und ausgiebigen Tanzeinlagen von Ugandern und Deutschen. Nach dem Sonnenuntergang wird es schnell dunkel und die Rückfahrt findet daher im Stockdusteren statt. Wahrscheinlich haben die Tiere des Parks daher auch den Eindruck, dass das Gelände jetzt eigentlich ihnen gehört. Auf jeden Fall fahren wir erst einen Umweg, weil uns ein entgegenkommendes Safariauto verkündet, die Straße sei von Elefanten versperrt, um dann kurze Zeit später doch in eine Elefantenblockade auf der Straße zu geraten. Nach einigem Aufheulen des Motors geben die Tiere klein bei und machen den Weg frei. Die Fahrer haben danach das Gefühl, dass sie schleunigst aus dem Park herauskommen sollten und geben entsprechend Gas, was bei offenem Auto und Sandwegen eine ziemlich staubige und rasante Fahrt wird.
Am nächsten Morgen geht es um 6.00 Uhr wieder auf einen Gamedrive. Zunächst noch in der Dunkelheit, so dass man eigentlich kaum etwas sieht. Dann wird es heller, aber wir sehen trotzdem nichts, weil die Tiere sich heute offensichtlich in anderen Gegenden aufhalten. Irgendwann sieht unser Führer frische Löwenspuren neben der Straße und wir begeben uns auf Löwenjagd. Nach geraumer Zeit finden wir eine Ansammlung von Autos und Touristen, die alle in die gleiche Richtung schauen. Am Horizont auf einem Erdhügel liegen Löwen. Sehr weit weg für die Kameras und auch fast farbgleich mit dem Untergrund, so dass die Sache wenig spektakulär ist. Gut, dass wir am ersten Tag so viel Glück hatten und so viele Tiere gesehen haben.
Am Nachmittag brechen die anderen auf zu einem Nature Walk, den wir uns wegen Hitze und Faulheit schenken und uns lieber ans Kofferpacken machen. Weil es in der Hütte so heiß ist, ziehen wir mit unseren Sachen vor die Hütte. Kaum haben wir den Koffer auf die Bank gestellt, bekommen wir Besuch von vier Affen, die sich erwartungsvoll dicht daneben setzen. Danach kommen noch ganze Familien mit ihren Kindern. Einer von uns bleibt immer als Bewacher neben unseren Sachen stehen. Wir lassen aber bald das Packen und freuen uns über die Gelegenheit, die Affen so nah neben uns beobachten und fotografieren zu können.
Abends nach dem Essen sitzen wir noch lange an der Bar, dicht neben den spielenden Warzenschweinen. Nur Hans will früher ins Bett, kommt aber relativ schnell zurück: vor seiner Hütte stehen zwei Nilpferde und schmatzen und er hat keine Lust sich mit ihnen anzulegen. Dann will er lieber noch ein Bier trinken. Eigentlich braucht man im Red Chilli Camp gar keine Gamedrives: es kommen auch auf dem Gelände genug Tiere vorbei.
























Februar 2026