Ziwa Rhino Sanctuary

Im Januar 2024 sind wir als Gruppe von 12 Deutschen und drei Ugandern mit zwei Safaribussen auf touristischer Entdeckungstour. Wenn man von Kampala Richtung Murchison Falls NP auf dem Gulu Highway fährt, erreicht man nach 176 km und circa zwei Stunden das Ziwa Rhino Sanctuary, das wirklich einen Zwischenstopp lohnt. Der Park ist eine private Initiative, die es sich zum Ziel gesetzt hat, Rhinos einen geschützten Lebensbereich zu geben, um sie später wieder auszuwildern.  Ursprünglich waren das weiße und das schwarze Nashorn in Uganda heimisch. Aufgrund verschiedener Einflüsse, insbesondere aber der Bejagung während der Zeit von Idi Amin, kam es spätestens 1982 zu einer vollständigen Ausrottung. Als wir den Park besuchten, leben auf dem 70 Km² großen umzäunten und bewachten Gelände etwas über 40 weiße Rhinos.

2005 begann man mit vier kenianischen und zwei amerikanischen Nashörnern die Aufzucht, die schnell anwuchs. Das erste in Uganda geborene Nashorn hatte kenianisch-amerikanische Eltern und wurde daher auf den Namen Obama getauft. Leider hat es sich uns nicht vorgestellt. Wir waren mit Führer im Auto und zu Fuß unterwegs und man kommt recht nahe an die großen Tiere heran, die sich scheinbar durch die Besucher nicht stören lassen. Die Familien der Wärter wohnen zum Teil auf dem offenen Gelände und die Kinder spielen in Sichtweite der Rhinos. Dennoch sollte man sich nicht täuschen lassen. Nashörner können auch angreifen, insbesondere wenn sie sich erschrecken oder in ihrer Kurzsichtigkeit einen Angreifer zu sehen glauben. So hat schon manches Safariauto ein Loch in die Karosserie erhalten.  Zudem sind sie mit fast 50 Km/Stunde schneller als man ihnen zutraut. Wir hätten also keine Chance gegen sie gehabt. Durch unsere Gruppe und das eifrige Klicken der Fotoapparate blieben sie aber unbeeindruckt.

Außer den Nashörnern gibt es auf dem Gelände noch viele andere Tiere wie Warzenschweine, Antilopen und sehr viele Affen, die allerlei Dummzeug machen, wie die Mülleimer durchstöbern und im offenen Restaurant die offensichtlich leckeren Sets ablecken, um sie danach wieder an Ort und Stelle zu legen. Keine Ahnung, ob die Sets vor dem Servieren des Abendessens noch einmal saubergemacht wurden. Auf dem Gelände gibt es ungefähr 300 Arten von Vögeln, darunter auch den seltenen Schuhschnabel, den man auf einer speziellen Bird Tour vielleicht zu Gesicht bekommt. Aber auch ohne Tour kann man überall viele verschiedene farbenfrohe Vögel beobachten. Wenn man mehrere Touren machen will, lohnt es sich, auf dem Gelände zu übernachten. Die luxuriösen Chalets liegen wunderbar in der Landschaft neben einem Swimmingpool, sind aber nicht ganz günstig.

Im Souvenirshop kann man unter anderen auch Kleidungsstücke wie Hüte oder T-Shirts erstehen, was insbesondere dann von Interesse ist, wenn der Koffer mit den eigenen Sachen noch nicht in Uganda gelandet ist. Insgesamt ist das Ziwa Rhino Sanctuary ein interessanter Park mit vielen Möglichkeiten.

Februar 2026